Unabhängiges Nachschlagewerk zur alltäglichen Hautpflege. Wir stellen keine Diagnosen, verkaufen keine Kosmetik und ersetzen keinen Dermatologen; mit der früheren Website unter dieser Domain besteht keine Verbindung. Bei einer schweren allergischen Reaktion rufen Sie die 112 an (oder die Notrufnummer Ihres Landes).

Forschung

Forschung im Überblick

Über die Haut wird sehr viel geschrieben, und längst nicht alles beruht auf geprüften Daten. Hier erfahren Sie, woher das Wissen über die Pflege stammt, wie sich die Quellen voneinander unterscheiden und wie Sie verlässliche Angaben von Verkaufstexten trennen.

Je lauter das Versprechen auf der Verpackung, desto genauer sollten Sie das Kleingedruckte lesen. Verlässliches Wissen über die Haut klingt bescheiden und fast immer mit Einschränkungen.

— Gedanke der Redaktion

Woher das Wissen über die Haut stammt

QuelleWas das istGrenzen
Ärztliche BeobachtungenErfahrung von Dermatologen, die viele Patienten sehen und Muster erkennenDie Erfahrung eines einzelnen Arztes spiegelt nicht unbedingt das Gesamtbild wider
Klinische StudienPrüfung einer Pflege- oder Behandlungsmethode an einer Gruppe von Menschen nach einem vorab festgelegten PlanOft gibt es nur wenige Teilnehmende, und die Studienbedingungen unterscheiden sich vom Alltag
Systematische ÜbersichtsarbeitenZusammenfassende Auswertung vieler Studien zu einer FrageEine Übersicht ist nur so verlässlich wie die darin zusammengetragenen Arbeiten
Empfehlungen internationaler OrganisationenAllgemeine Ratschläge, etwa der WHO-Leitfaden zum UV-IndexSie gelten für Menschen allgemein und berücksichtigen keine individuellen Besonderheiten
HerstellerprüfungenTests zu Sicherheit und Eigenschaften eines Mittels, die der Hersteller durchführt oder in Auftrag gibtDer Hersteller hat ein Interesse am Ergebnis, und Einzelheiten werden oft nicht veröffentlicht
Bewertungen und BlogsPersönliche Eindrücke von Käufern und Autoren im NetzEin Einzelfall beweist nichts, und manche Bewertungen werden gegen Bezahlung geschrieben

Wie Sie Kosmetikversprechen und Hautnachrichten lesen

  1. Trennen Sie Verkaufstext und Information

    Die Vorderseite der Verpackung und ein auffälliges Banner sollen Käufer anlocken. Inhaltsstoffe, Anwendung und Warnhinweise stehen meist auf der Rückseite – beginnen Sie damit.

  2. Klären Sie, was genau versprochen wird

    Wörter wie „Strahlen“, „Neustart“ oder „gesunde Haut“ klingen angenehm, messen aber nichts. Fragen Sie sich, welches konkrete Ergebnis versprochen wird und wie man es überprüfen könnte.

  3. Fragen Sie, an wem getestet wurde

    Das Wort „getestet“ ohne Einzelheiten sagt wenig aus. Wichtig ist, wie viele Teilnehmende es gab, ob sie mit Menschen verglichen wurden, die das Mittel nicht verwendet haben, und wer den Test durchgeführt hat.

  4. Unterscheiden Sie Nachricht und Studie

    Eine Meldung im Newsfeed gibt oft eine einzelne Arbeit wieder und vereinfacht ihre Ergebnisse. Ein Versuch an Zellen im Reagenzglas oder an Tieren sagt noch nichts darüber, was mit menschlicher Haut geschieht.

  5. Werden Sie bei Angst und Eile misstrauisch

    Wenn ein Text vor „gefährlichen Stoffen“ warnt und gleich die Lösung anbietet, dazu ein Rabatt „nur heute“, dann haben Sie ein Verkaufsangebot vor sich, keine Information.

  6. Sprechen Sie mit Fachleuten

    Wenn eine Nachricht oder ein Versprechen Ihre Haut direkt betrifft, besprechen Sie es mit einem Dermatologen, bevor Sie etwas an Pflege oder Behandlung ändern.

Mythen über die Haut

  • „Natürlich heißt sicher.“ Auch pflanzliche Bestandteile können Reizungen und Allergien auslösen; die Herkunft eines Stoffes garantiert nicht, dass er Ihrer Haut bekommt
  • „Detox für die Haut.“ Die Haut sammelt keine „Schlacken“, die mit besonderen Mitteln ausgeleitet werden müssten; für die Entgiftung des Körpers sind innere Organe zuständig, und solche Versprechen sind ein Marketingbild
  • „Wenn es brennt, wirkt es.“ Brennen und Rötung sind Zeichen einer Reizung, nicht eines Nutzens; ein Mittel, das so wirkt, waschen Sie besser ab
  • „An bewölkten Tagen ist die Sonne ungefährlich.“ Wolken lassen einen Teil der UV-Strahlung durch, daher richten Sie sich besser nach dem UV-Index als nach dem Wärmegefühl
  • „Bräune schützt vor der Sonne.“ Bräune ersetzt weder Schatten noch Kleidung noch Sonnenschutzmittel; sie zeigt, dass die Haut bereits UV-Strahlung abbekommen hat
  • „Je öfter man wäscht, desto gesünder die Haut.“ Zu häufiges und heißes Waschen nimmt der Haut ihren eigenen Schutz und verstärkt die Trockenheit
  • Methoden

    Sonnenschutz, Reinigung und Feuchtigkeitspflege, gelassene Beobachtung der Haut und Fotos zum Vergleich.

  • Quellen

    Worauf das Nachschlagewerk beruht, wie wir Informationen auswählen und wo die Grenzen unserer Texte liegen.

  • Glossar

    Begriffe rund um die Haut in einfacher Sprache: von Epidermis und Melanin bis zu Verträglichkeitstest und Placebo.

  • Fragen

    Fragen zu Sonne, Trockenheit, Reizungen und Muttermalen, die Sie mit einem Dermatologen oder Hausarzt besprechen sollten.

Quellen

  • WHO – „Global Solar UV Index: A Practical Guide“ (praktischer Leitfaden zum UV-Index)
  • Anwendungshinweise der Hersteller kosmetischer Mittel
  • Allgemeine Empfehlungen von Dermatologen zur Hautpflege

Der Text gibt allgemein anerkanntes Wissen zur Hautpflege zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Wenn sich Ihre Haut ungewohnt verhält oder Sie etwas beunruhigt, entscheiden Sie gemeinsam mit einem Dermatologen – nicht anhand dieses Nachschlagewerks.